Der Auto-Import nach Deutschland bezeichnet die Einfuhr eines im Ausland gekauften Fahrzeugs, um es hier anzumelden und zu fahren. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vor allem von einer Frage ab: Kommt das Auto aus der EU oder aus einem Drittland? Diese Anleitung konzentriert sich auf den häufigsten und unkompliziertesten Fall, den Import aus einem EU-Land.
Aus der EU oder aus einem Nicht-EU-Land: der entscheidende Unterschied
Bevor Sie alles Weitere planen, sollten Sie die Herkunft des Fahrzeugs klären. Sie entscheidet über Kosten, Papiere und Aufwand.
| Kriterium | EU-Land | Drittland (z. B. USA, Japan) |
|---|---|---|
| Zoll | keiner | meist 10 Prozent (Pkw) |
| Einfuhrumsatzsteuer | keine | 19 Prozent |
| Technische Anerkennung | COC genügt | Vollgutachten nach § 21 StVZO |
| Aufwand | gering | hoch |
Stammt das Auto aus einem anderen EU-Land, profitieren Sie vom freien Warenverkehr und können es meist unkompliziert zulassen. Trotzdem ist nicht jeder EU-Import automatisch steuerfrei. Entscheidend ist, ob es sich um ein Neufahrzeug oder einen Gebrauchtwagen handelt.
| Kriterium | Neufahrzeug | Gebrauchtwagen |
|---|---|---|
| Definition | jünger als 6 Monate oder weniger als 6.000 km | älter und über 6.000 km |
| Umsatzsteuer | 19 Prozent in Deutschland | beim Privatkauf bereits im Herkunftsland gezahlt |
Bei einem Neufahrzeug fallen die 19 Prozent Umsatzsteuer also immer in Deutschland an, selbst beim Kauf von einer Privatperson. Sie melden die Steuer innerhalb von zehn Tagen über die Fahrzeugeinzelbesteuerung beim Finanzamt. Gehen Sie deshalb nicht pauschal davon aus, ein EU-Import sei „kostenlos“, sondern prüfen Sie Ihren konkreten Fall.
Welche Dokumente brauchen Sie für den Import? Die Rolle der COC-Papiere
Ohne vollständige Unterlagen bleibt jedes Importauto stehen. Sammeln Sie diese Dokumente am besten schon, bevor Sie kaufen:
- die originalen Zulassungspapiere aus dem Herkunftsland,
- die Kaufrechnung oder den Kaufvertrag als Eigentumsnachweis,
- die COC-Papiere (Konformitätsbescheinigung),
- eine gültige Hauptuntersuchung (HU) und die eVB-Nummer für die Zulassung.
Die Konformitätsbescheinigung, kurz COC, ist dabei das zentrale Dokument. Der Hersteller bestätigt damit, dass Ihr Fahrzeug dem in der EU genehmigten Typ entspricht. Mit gültigem COC übernimmt die Zulassungsstelle die technischen Daten direkt, und Sie sparen sich die aufwendige Einzelabnahme.
Gut zu wissen: Das COC ersetzt die Einzelabnahme, nicht aber die Hauptuntersuchung. Ein Fahrzeug, das älter als drei Jahre ist, braucht zusätzlich eine gültige HU vom TÜV oder einer anderen Prüforganisation.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob für Ihr Fahrzeug COC-Papiere verfügbar sind, prüfen Sie das vorab bei COC-Online, dafür genügt die Fahrgestellnummer.
Auto-Import aus der EU: Schritt für Schritt
Der Ablauf folgt fast immer demselben Muster. Diese fünf Schritte bringen Sie vom Kauf bis zum deutschen Kennzeichen.
- Fahrzeug kaufen und Unterlagen sichern. Lassen Sie sich alle Originalpapiere aushändigen und prüfen Sie vor dem Kauf, ob das COC vorliegt.
- Überführung organisieren. Innerhalb der EU können Sie das Auto mit einem Kurzzeit- oder Ausfuhrkennzeichen selbst nach Deutschland fahren.
- COC-Papiere besorgen. Fehlt das COC, fordern Sie es nach. Liegt es vor, geht die spätere Zulassung deutlich schneller.
- Technische Prüfung (TÜV) bestehen. Bei einem Fahrzeug über drei Jahren brauchen Sie eine gültige Hauptuntersuchung.
- eVB-Nummer beantragen und Fahrzeug zulassen. Mit Versicherungsbestätigung, Papieren und COC melden Sie das Auto bei der Zulassungsstelle an und erhalten Ihr Kennzeichen.
Was kostet der Import und wie hoch ist der Zoll?
Beim Import aus der EU halten sich die Kosten in Grenzen, weil weder Zoll noch Einfuhrumsatzsteuer anfallen. Bei einem Drittland kommen dagegen 10 Prozent Zoll (Pkw) und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer hinzu. Die Einfuhrumsatzsteuer wird nicht allein auf den Kaufpreis berechnet, sondern auf den Zollwert zuzüglich Transportkosten und Zoll.
| Posten | EU-Import | Drittland-Import |
|---|---|---|
| Zoll | entfällt | 10 Prozent (Pkw) |
| Einfuhrumsatzsteuer | entfällt | 19 Prozent |
| Überführung / Transport | ja | ja, oft Verschiffung |
| COC-Papiere (falls sie fehlen) | nachbeschaffbar | meist nicht möglich, dann § 21 |
| Hauptuntersuchung | bei Fahrzeug über 3 Jahre | bei Fahrzeug über 3 Jahre |
Die eigentlichen Zulassungsgebühren und die Kfz-Steuer gelten für jedes in Deutschland angemeldete Auto und gehören streng genommen nicht zum Import. Eine Aufschlüsselung finden Sie in unserem Ratgeber zu den Zulassungskosten.
Import aus der Schweiz, Österreich und anderen Ländern
Die meisten Importe sind Gebrauchtwagen aus EU-Nachbarländern. Beim Reimport handelt es sich um deutsche Modelle, die für den Export gebaut, im Ausland verkauft wurden und nun zurück nach Deutschland kommen. Je nach Herkunft gibt es einige Besonderheiten.
| Herkunft | Status | Besonderheit |
|---|---|---|
| Österreich, Luxemburg, andere EU-Länder | EU | kein Zoll, unkomplizierter Ablauf |
| Schweiz | EFTA / Drittland | Zollkennzeichen und Verzollung nötig; mit Präferenznachweis (EUR.1) sinkt der Zoll auf 0 Prozent, sonst 10 Prozent |
| USA, Japan | Drittland | meist kein EU-COC, daher Vollgutachten nach § 21 StVZO; nur für Liebhaber- und Sammlerfahrzeuge lohnend |
Worauf Sie beim EU-Import achten sollten
Damit der Import nicht zur Geduldsprobe wird, lohnt sich etwas Vorbereitung schon vor dem Kauf:
- Fragen Sie früh nach dem COC, gerade bei jungen Gebrauchtwagen und Reimporten.
- Prüfen Sie über die Fahrgestellnummer (FIN), ob für das Modell ein COC verfügbar ist.
- Klären Sie die Steuerfrage, also ob Ihr Fahrzeug als Neu- oder Gebrauchtwagen gilt.
- Verhandeln Sie ein fehlendes COC ein oder berücksichtigen Sie die Nachbeschaffung im Preis.
Was ist der Nachteil an Import-Autos?
So verlockend der Preisvorteil ist, der Import hat auch Schattenseiten:
- Bürokratie und Zeit. Papiere, Prüfung und Zulassung kosten Wochen, nicht Tage.
- Abweichende Ausstattung. Importfahrzeuge haben mitunter eine andere Ausstattung oder eine fremdsprachige Bedienungsanleitung.
- Garantie und Gewährleistung. Bei einem Kauf aus dem Ausland ist die Abwicklung im Garantiefall oft schwieriger.
Unterm Strich lohnt sich der Import dann, wenn die Ersparnis oder das Wunschmodell den Mehraufwand klar überwiegt. Bei einem normalen EU-Gebrauchtwagen geht die Rechnung meist auf.